Thomas Gransow
Rom und der Vatikan
Historisches Zentrum
Pincio
Piazzale Napoleone I
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Abb. 1: Pompeo Molins: Blick auf
Rom vom Pincio (ca. 1862).
In: Gesine Asmus: Rom in frühen
Photographien 1846 - 1878. München: Schirmer/Mosel 1988. S. 59.
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Die Gärten des Lucullus Am Pincio, wo sich heute vor allem an Sonntagen die Scharen der Spaziergänger drängen, erstreckten sich vor rund zweitausend Jahren die Gärten des Lucull, jenes berühmten Feldherrn, Lebenskünstlers und Feinschmeckers, der von seinen kleinasiatischen Feldzügen die Kirsche mit nach Italien brachte und sie zu zuchten begann. Hier hielt er auch seine Fischteiche, hier ließ er die Vögel mästen, die ihm zu jeder Zeit als Leckerbissen für seine Küche zur Verfügung stehen mußten. Einmal soll ein Arzt dem Pompejus während einer Krankheit Krammetsvögel verordnet haben, die jedoch um diese Jahreszeit eben nur in den Gärten Luculls aufzutreiben waren. "Ein unerträglicher Gedanke", rief Pompejus einpört, "mein Leben der Freßsucht dieses Schlemmers zu verdanken!" Und er ließ sich eine andere Kost verschreiben. Der prächtige Palast des Lucull lag am Südhang des Pincio, etwa in der Gegend der Spanischen Treppe. Dort gab der Feldherr seine berühmten Gastmäler, die nicht ihresgleichen fanden in ganz Rom. Nun wollten aber seine Bekannten gar zu gerne wissen, wie er speiste, wenn er allein war. So fingen ihn Pompejus und Cicero auf dem Forum ab und erklärten, daß sie mit ihm dinieren wollten, er dürfe dem Koch aber keine besonderen Anweisungen geben. Lucull wußte sich rasch zu helfen. Er hatte in seinem Palast mehrere Eßsäle, die bestimmte Name führten und die jeweils auch für ganz bestimmt Gastmäler vorgesehen waren. Die feinsten gab es stets im Apollosaal. So wandte sich Lucull nur lässig an einen Sklaven und befahl: "Wir speisen heute im Apollosaal." Als er mit seinen Gästen den Palast betrat, fanden sie ein so feudales Essen vor, daß es nach Aussage des Chronisten 50 000 Sesterzen, das Gedeck also etwa 3000 Mark, kostete. |
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