Thomas Gransow
Rom und der Vatikan
Historisches Zentrum
Piazza di Montecitorio
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Abb. 1: Giuseppe Vasi: Palazzo di
Monte Citorio.
In: Harald Keller: Das barocke Rom.
Dortmund: Harenberg 1979. S. 51.
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Palazzo di Montecitorio Sul lato maggiore della piazza, a nord, si stende la solenne facciata del Palazzo di Montecitorio, iniziato nel 1650 dal Bernini per ordine di Innocenzo X Pamphilj, che intendeva darlo ai Ludovisi, suoi parenti; rimasto a lungo interrotto, fu terminato nel 1694 da C. Fontana e adattato, per volere di Innocenzo XII, a sede dei Tribunali (Curia Innocenziana). Dal 1871 il palazzo è sede della Camera dei Deputati. All'inizio di questo secolo l'edi-ficio fu ingrandito e raddoppiato in profondità per opera di Ernesto Basile, al quale si devono la nuova aula e la facciata posteriore. Dal movimento della facciata, che segue l'andamento di una linea spezzata convessa e che ha un corpo mediano leggermente sporgente e due ali che ne divergono in duplice arretramento, nuovamente aggettani alle estremità, il Bernini ha ottenuto il massimo effetto di grandiosità ; pochi ed essenziali gli elementi decorativi: l'ampia balconata (cui mise mano il Fontana) sostenuta da 4 colonne doriche includenti il portale maggiore e le due porte laterali, l'attico con l'orologio e il sovrastante campaniletto a vela, le robuste lesene delimitanti le cinque campate della facciata (le lesene, verso le estremità, posano su spigoli a bugne di scaglioni rocciosi, i quali formano originale motivo ornamentale an-che attorno alle finestre estreme dei pianterreno). Nell'interno (visibile a Camera chiusa, con speciale permesso) è la grande aula a emiciclo, disegnata da E. Basile (1918) nel gusto dello stile floreale (l'aula precedente era stata creata nel cortile della Curia); tutto l'arredamento è in legno di quercia, e così l'architettura dell'ambiente, con colonne abbinate fra le arcate delle tribune; il soffitto è costituito da un grande lucernario decorato. Attorno all'aula, in alto, è un fregio allegorico, dipinto su tela (G. A. Sartorio), rappresentante la civiltà italiana, le virtù del popolo italiano e i periodi più salienti della sua storia; nel mezzo della parete di fondo, Apoteosi di Casa Savoia, grande rilievo bronzeo di Davide Calandra. Gli altri ambienti del pianterreno (tra cui il grande « corridoio dei passi perduti ») e del primo sono riccamente arredati. - La Biblioteca della Camera dei Deputati, fondata nel 1848, contiene oltre 400.000 volumi, opuscoli e periodici (accessibile con tessera rilasciata a richiesta di un deputato, nei giorni feriali, ore 10?18). Prendendo a destra del palazzo per Via dell’Impresa (dall’impresa dei gioco del lotto che qui aveva sede al tempo dello Stato pontificio), si giunge in Piazza del Parlamento, dove guarda la facciata posteriore del Palazzo di Montecitorio, del Basile (1903 ? 1925). È l’e-sempio più notevole e importante di architettura floreale (o liberty) che sia in Roma, per quanto troppo in contrasto con l’ambiente. Vi si osserva inoltre l’esagerato sviluppo della parte basamentale e la modestia del portale, preceduto dalla ripida scalea. I due gruppi allegorici sono di Domenico Trentacoste (1911). (Alessandro Cruciani (Ed.): Roma
e dintorni. 7. edizione. Milano: TCI 1977. S. 162f.)
Text 2
Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Kammer der Abgeordneten und dem Senat (Art. 55); beide gemeinsam üben die Gesetzgebung aus (Art. 71). Die Zahl der Abgeordneten zur Kammer ist 1963 auf 630 begrenzt worden (Art. 56). Der Senat, dessen Mitglieder bis 1946 vom König ernannt worden waren, wird auf regionaler Grundlage gewählt, hat sich aber nicht zu einer föderalistischen Kraft entwickeln können. Keine Region (mit Ausnahme des kleinen Aosta-Tals) entsendet weniger als 7 Senatoren. Die Zahl der Senatoren ist 1963 auf 315 begrenzt worden. Das aktive Wahlrecht zum Senat wird erst mit 25, das passive mit 40 Jahren erworben (Art. 58). Jeder frühere Präsident der Republik ist Senator auf Lebenszeit; zu solchen kann der Präsident der Republik außerdem fünf Bürger wegen höchster künstlerischer, wissenschaftlicher oder sozialer Verdienste berufen. |
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| Die Geschäftsordnungen beider
Kammern tragen stark individualistische Züge. Jeder Abgeordnete hat
weite Rede- und Einwirkungsrechte, welche nicht selten zur Verschleppung
der parlamentarischen Arbeit ausgenutzt worden sind, außerdem Frage-
und Interpellationsrechte. Die Fraktionsdisziplin wird oft durchbrochen.
In den ständigen Ausschüssen, welche die Gesetzgebungstätigkeit
vorbereiten, wirken alle Parteien nach Maßgabe ihrer parlamentarischen
Stärke mit. Eine knappe Mehrheit der Abgeordneten, auch der Linksparteien,
gehört dem oberen Mittelstand an: die Professionalisierung, das heißt
die Ausübung ihrer politischen Tätigkeit als (Haupt-)Beruf der
Abgeordneten, nimmt beständig zu.
Die Gesetzesinitiative steht der Regierung, jedem Parlamentsmitglied sowie dem Volk, das heißt jeweils 50 000 Wahlberechtigten, zu (Art. 71). Anders als unser Grundgesetz gibt Italiens Verfassung der direkten Demokratie etlichen Raum: Im letzten Jahrzehnt hat der Volksentscheid, der von 500 000 Wahlberechtigten beantragt werden muss und über die Aufhebung eines Gesetzes entscheidet (Art. 75), erhebliche Bedeutung gewonnen. Auch Verfassungsgesetze und Verfassungsänderungen können ihm unterworfen werden, sofern sie nicht in beiden Kammern eine Zweidrittelmehrheit fanden (Art. 138). Von größter gesellschaftlicher Relevanz waren die Volksentscheide über die Ehescheidung (1974) und über die Liberalisierung der Abtreibung (1978, 1980). [...] Dass beide Kammern gleiche Rechte
haben, hat sich wenig bewährt. Der Senat wird nicht zu Unrecht als
eine Verdoppelung (der Abgeordnetenkammer) bezeichnet, welche Gesetzgebung
und Regierungsbildung unnötig verlängert. Ein umstrittener Gesetzentwurf
wird zwischen beiden Kammern hin- und hergeschoben, nur die politisch mehr
oder minder übereinstimmende Zusammensetzung beider verhindert völlige
Blockaden. Von größerer politischer Bedeutung ist die Kammer,
weil ihr die Parteiführer, die Ministerpräsidenten und die wichtigeren
Minister angehören; die meisten Gesetzentwürfe gehen von ihr
aus. Mit Recht wird jedoch die im Jahrzehnt der Krise rapide fortgeschrittene
Verlagerung wichtiger politischer Entscheidungen aus dem Parlament kritisiert:
die Kammern ratifizieren oft nur mehr die zwischen den Parteisekretariaten
getroffenen Vereinbarungen.
(Rudolf Lill: Das Regierungssystem.
In: Informationen zur politischen Bildung H. 195 (1982) S.22f.)
Text 3
Auf der Loggia des Palazzo Montecitorio [...] wurden im 18. Jahrhundert die öffentlichen Ziehungen der Lotterie abgehalten. Das Lotteriespiel erfreute sich damals nicht geringerer Beliebtheit als heute, und gespannt wartete die Menge auf die neun Ziehungen im Jahr. Um so größer war die Erregung,
als sich herumsprach, daß ein Kapuziner, Fra Pacifico aus einem kleinen
Kloster in der Nähe der Piazza Barberini, angeblich mit Hilfe einiger
kabbalistischer Bücher aus der Klosterbibliothek die Gewinnzahlen
voraussagen könnte. Eines Tages hatte er nämlich drei Zahlen
an die Tür seiner Zelle geschrieben und erklärt, das seien die
Gewinnnummern der Lotterie. Seine Mitbrüder spotteten darüber,
doch als die Nummern tatsächlich bei der Ziehung herauskamen, verging
ihnen das Lachen.
Es kam, wie es kommen mußte. Die Frau konnte den Mund nicht halten, und die Angelegenheit gelangte auch zu Ohren von Papst Klemens XVI., der sich darüber empörte, daß ein Kapuziner mithalf, seine Kasse zu plündern. Er verbannte den unglücklichen Pater in ein abgelegenes Kloster. Als Fra Pacifico von seinen Freunden zur Postkutsche an der Piazza del Popolo gebracht wurde, verabschiedete er sich von ihnen mit den Worten: Roma, se santa
Rom, wenn du heilig bist,
Ein findiger Kopf merkte bald, daß ihnen da der Pater ein kostbares Abschiedsgeschenk hinterlassen hatte, mit dem sich der kluge Kapuziner zugleich für die Ausweisung rächen wollte, denn in dem Vers steckten fünf Zahlen: se(s)santa sei = 66; se(t)tanta = 70; sedici = 16; se(s)santa = 60; sei = 6. Für die päpstliche Kasse bedeuteten die Zahlenhinweise angeblich den gar nicht so bescheidenen Verlust von dreihunderttausend Skudi, das sind eineinhalb Millionen Goldmark. (Heinrich Pleticha: Wanderer, kommst Du nach Rom. Anekdoten und Bilder aus der Ewigen Stadt. Freiburg: Herder 1986. S. 139f.) |
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