Thomas Gransow
Wolf-Ullrich Malm
 

Neapel und die Halbinsel von Sorrent
 

 Neapel

Museo Archeologico Nazionale - Die Tyrannenmörder


 
 
Text 1
Harmodios und Aristogeiton

Harmodios und Aristogeiton haben im Jahr 514 v. Chr. in Athen den Tyrannen Hipparch ermordet. Von der Antike bis in die Neuzeit hat man mit ihren Namen Tyrannensturz, Befreiung, Freundschaft und Rechtsgleichheit der Bürger verbunden. [...]

In den Jahren nach dem Sturz der Tyrannis schuf der Bildhauer Antenor eine Statuengruppe der Tyrannenmörder Nachdem dieses Standbild aber vom Perserkönig Xerxes während der Perserkriege aus Athen geraubt worden war, entstand bald nach 479 eine zweite Gruppe durch Kritios und Nesiotes. Die Statuen der Tyrannenmörder wurden auf der Agora aufgestellt und blieben dort für lange Zeit die einzige Darstellung von Menschen inmitten einer Vielzahl von Götterbildnissen. [...] Am Grab von Harmodios und Aristogeiton spendete alljährlich einer der höchsten Beamten Athens ein Totenopfer. Das tat er außerdem für die Athener, die ihr Leben im Kampf für die Stadt verloren hatten. So standen die Tyrannenmörder im Staatskult auf einer Stufe mit den Gefallenen von Marathon und Salamis. Und weil man glaubte, dass durch Harmodios und Aristogeiton die Freiheit und Demokratie Athens begründet worden sei, hat man ihre Nachkommen mit Privilegien geehrt. Sie durften auf Staatskosten speisen, sie waren von Leistungen für den Staat befreit und genossen das Vorrecht der Proedria, d. h. das Recht, im Theater in einer der ersten Reihen zu sitzen. [...]

War aber das von Harmodios und Aristogeiton ausgeführte Attentat tatsächlich ein so bedeutsames Ereignis in der Geschichte Athens, wie es die Statuenaufstellung, der Staatskult und die Privilegierung der Nachkommenschaft vermuten lassen? Trifft historisch überhaupt zu, [...] [d]ass Harmodios und Aristogeiton durch ihr Attentat nicht nur »einen Tyrannen mit Namen Hipparch« ermordet, sondern dadurch auch die Athener zu Bürgern gleichen Rechtes gemacht hätten? Schon die antiken Historiker Herodot und Thukydides haben gegen diese Überlieferung Einspruch erhoben. [...] Somit gab es im Athen des 5. Jahrhunderts zwei unterschiedliche Überlieferungen zu Harmodios und Aristogeiton. Die legendäre Überlieferung machte aus den Tyrannenmördern die Befreier der Stadt. Daneben hielten Herodot und Thukydides eine andere Überlieferung fest. Ihr zufolge hatten die Attentäter aus persönlichen Gründen gehandelt und den Sturz der Tyrannis nicht bewirkt. [...]

Nachdem Peisistratos im Jahr 528 in hohem Alter eines natürlichen Todes gestorben war, ging die Herrschaft auf seine Söhne über. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass in diesem Moment die Tyrannis der Peisistratiden gefährdet gewesen wäre. Von nun an hielt Hippias als der Ältere die Herrschaft in seinen Händen, an der aber auch Hipparch beteiligt war. [...] Zu einer Gefährdung ihrer Herrschaft kam es erst, als Hipparch, der „lebenslustige und zu Liebschaften geneigte“ jüngere Tyrann, Harmodios kennenlernte, einen Aristokraten aus der Familie der Gephyräer. Um ihn, den Thukydides mit den Worten charakterisiert, er sei von einer „strahlenden Jugend“ gewesen, bemühte sich Hipparch nach Kräften. Seine Anträge aber blieben erfolglos, weil Harmodios seinem Liebhaber Aristogeiton die Treue hielt. Thukydides meint, dass schon der Versuch des Hipparch, Harmodios für sich zu gewinnen, zum Sturz der Tyrannis hätte führen können. Denn Harmodios habe Aristogeiton von den Anträgen des Hipparch berichtet, und Aristogeiton, in wildem Liebesschmerz und in Angst, dass Hipparch mit der Gewalt seiner Macht den Geliebten zwänge, macht sofort Pläne, um, bei seiner bescheidenen Stellung, die Tyrannis zu stürzen. Bislang aber hatte Hipparch seine Macht noch nicht missbraucht. Mit seinem Werben um Harmodios nahm er an einem der aristokratischen Wettkämpfe teil, und Harmodios hatte offensichtlich keine Schwierigkeiten, die Anträge des Tyrannen auszuschlagen. Dann allerdings machte Hipparch einen für ihn verhängnisvollen Schritt. Da er es nicht ertragen konnte, abgewiesen worden zu sein, sann er auf Rache. So wie er zurückgewiesen worden war, so wollte Hipparch nun Harmodios eine Kränkung zufügen. Dabei wollte er jedoch seine Herrschaft und die seines Bruders nicht durch einen Machtmissbrauch gefährden. „Wie er ja“, so heißt es bei Thukydides, „überhaupt in seiner Herrschaft die Menge nicht bedrückte und Ärgernis vermied; weit mehr als andere Tyrannen pflegten Hippias und Hipparch Rechttun und Vernunft.“ Hipparch wartete für seine Rache auf eine günstige Gelegenheit und fand sie anlässlich der Vorbereitung des Panathenäen-Festzugs. Als eine der jungen Frauen, die als Trägerinnen der Opfergaben an der Prozession teilnehmen sollten, wählten die Tyrannen die Schwester des Harmodios aus. Als diese aber erschien, um die ehrenvolle Aufgabe auszuführen, wurde sie mit der Bemerkung, weder sei sie jemals ausgewählt worden noch sei sie dieses Amtes würdig, von den Tyrannen wieder fortgeschickt. Nun fühlte sich Harmodios verletzt. Die Beleidigung seiner Schwester wollte er nicht hinnehmen. Als sich die Tyrannen damit beschäftigten, den Festzug zu ordnen, führte er gemeinsam mit Aristogeiton einen Anschlag aus. Die Attentäter stürzten sich auf Hipparch und erstachen ihn. Sofort wurde Harmodios von den Leibwächtern des Hipparch erschlagen, während Aristogeiton zunächst fliehen konnte. Später wurde er gefasst und hingerichtet. [...]

Nun ist in der Forschung immer wie der diskutiert worden, was für eine Würde, die der Schwester angeblich gefehlt haben soll, gemeint gewesen sein könnte. [...] Brian Lavelle hat nun vor kurzem eine neue Deutung vorgeschlagen. Er verweist auf den großen gesellschaftlichen Stellenwert, den in der archaischen und klassischen Epoche Griechenlands die Tugend und Keuschheit der unverheirateten jungen Frau hatte. Und dies nicht etwa nur für ihre eigenen Heiratssaussichten, sondern auch für die Ehre und Stellung ihrer Familie. Lavelle zeigt außerdem, dass sich die Begriffe, die für das „Würdigsein“ von Frauen gebraucht wurden, also z.B. das [o. g.] „Unwürdigsein“ in der Beleidigung des Hipparch, auf den Bereich des Sexuellen beziehen. [...] [B]esonnen, enthaltsam, keusch zu sein, das war für die Frauen des antiken Griechenlands das wichtigste Gebot. Die jungen Frauen wurden im Haus gehalten und beaufsichtigt, weil man vermutete, aufgrund eines schwachen Willens seien sie der Gefahr ausgesetzt, von ihrem sexuellen Trieb beherrscht zu werden. Aus diesem Grund wurden sie so früh wie möglich verheiratet. Ihre Heiratsaussichten hingen aber ganz entscheidend davon ab, dass ihr Ruf unbeschadet blieb. Schon der bloße Verdacht bedrohte die Ehre der jungen Frau und ihrer Familie.

Hipparch hatte es durch seine Beleidigung erreicht, Harmodios auf äußerste zu kränken. Ahnte er aber nicht, wie gefährlich eine solche Beleidigung für ihren Urheber werden konnte? Harmodios blieb doch, wenn er die Ehre seiner Schwester und seiner Familie wiederherstellen wollte, nur die Möglichkeit, den Beleidiger zu töten. Wenn man die Schuld nicht auf Seiten des jungen Frau finden konnte, dann musste derjenige bestraft werden, der die Beleidigung ausgesprochen und die Familie der Beleidigten in der Öffent-lichkeit bloßgestellt hatte, auch, wenn es sich um den Tyrannen handelte. [...]

Durch das Attentat auf Hipparch wurde die Tyrannis nicht gestürzt, aber die Herrschaft des Hippias war doch erschüttert. [...] Die Tyrannis wurde nach 514 härter. Überliefert wird, dass Hippias eine große Anzahl von Athenern habe umbringen lassen. Offensichtlich fand in Folge des Attentats die bisherige Verständigungspolitik zwischen den Peisistratiden und den in Athen gebliebenen Aristokraten ein Ende. Auch die Alkmeoniden unter jenem Kleisthenes, der 524 das Archontat bekleidet hatte, haben Athen möglicherweise erst jetzt, nach 514, verlassen.

Die aus Athen Geflohenen versuchten von nun an, die Tyrannis gewaltsam zu stürzen. Zunächst aber zeigte sich Hippias in der Lage, seine Herrschaft zu verteidigen. Er fügte den Alkmeoniden und ihren Verbündeten eine verheerende militärische Niederlage zu [...]. Erst als im Jahr 510 Sparta auf Seiten der Verbannten in den Kampf um Athen eintrat, wendete sich das Blatt. Zwar konnte Hippias einen ersten Angriff der Spartaner abwehren. Ein zweiter Versuch Spartas führte dann aber zum militärischen Erfolg. Hippias zog sich auf die Akropolis zurück. Hier hätte er vielleicht nur zu warten brauchen, bis die Spartaner wieder abgezogen wären. Denn auf eine Belagerung wollten diese sich nicht einlassen. „Die Peisistratiden“, so bemerkt Herodot, „wären von den Spartanern auf keinen Fall zum Abzug gezwungen worden.“ Als die Spartaner aber durch Zufall die Kinder der Peisistratiden in ihre Hände bekamen, begann Hippias zu verhandeln. Nachdem ihm der freie Abzug unter Mitnähme seines Eigentums zugestanden worden war, verließ er die Stadt. Nach über fünfzig Jahren war die Tyrannis in Athen beendet.

Der Sturz der Tyrannis führte aber sogleich zu einem Neubeginn der Stasis, die Athen so oft schon erlebt hatte. Es gab noch immer kein friedliches Verfahren, um die politische Macht unter den Aristokraten oder der ganzen Bürgerschaft Athens zu verteilen. Für die Alkmeoniden war das Eingreifen Spartas zunächst eine große Hilfe gegen die Peisistratiden gewesen. Nach dem Ende der Tyrannis aber zerbrach diese Koalition. Denn Sparta verfolgte nun sein Ziel, in Athen eine Oligarchie einzusetzten, indem es den athenischen Aristokraten Isagoras, den Gegenspieler des Kleisthenes, unterstützte. Auch Kleisthenes wird nicht sogleich eine demokratische Politik im Sinn gehabt haben. Auch für ihn wird es anfangs nur um die Frage gegangen sein, wie er Einfluss und Macht in der Stadt gewinnen konnte. Aber er muss bald erkannt haben, dass eine große Mehrheit der Athener nicht mehr bereit war, eine Tyrannis oder eine Oligarchie, die Herrschaft eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe, zu akzeptieren. Schon am Sturz der Tyrannis waren die Einwohner der Stadt beteiligt gewesen. Gemeinsam mit den Spartanern hatten sie Hippias auf der Akropolis belagert.
Es war im Verlauf der neu ausgebrochenen Stasis, wie aus der Athenaion Politeia hervorgeht, eine Reaktion des Kleisthenes auf eine für ihn ungünstige politische Entwicklung, als er »das Volk auf seine Seite brachte und die politische Gewalt der Masse übertrug. Möglich war eine solche Maßnahme des Kleisthenes aber nur, weil die Athener die Angelegenheiten in ihrer Stadt nicht mehr einigen wenigen überlassen wollten, weil sie also die Politik als ihre eigene Sache entdeckt hatten.

Nach der Tyrannis konnte Kleisthenes zu einem persönlichen Machtgewinn nur noch durch Vorschläge kommen, die darauf abzielten, den absoluten Machtgewinn eines Einzelnen zu verhindern. So zeigt sich in der Beteiligung vieler Einwohner Athens am Machtkampf, dass sich nunmehr, nach den Jahrzehnten der Tyrannis, die Bürger für ihre Stadt verantwortlich fühlten, wie es ein Jahrhundert zuvor Solon gewünscht hatte. Aus der Erfahrung von Staatlichkeit unter der Tyrannis und gegen die erneuerte Stasis wurde es die Sache aller, Regeln der Machtverteilung festzulegen und so eine Verfassung zu entwickeln, die später als Demokratie bezeichnet wurde. [...]

Obgleich Hippias nach dem Attentat, dem sein Bruder Hipparch zum Opfer gefallen war, an der Macht blieb und erst vier Jahre nach dem Anschlag aus Athen vertrieben werden konnte, galten schon während der Perserkriege Harmodios und Aristogeiton als die Befreier Athens. Ihnen wurden die ersten Standbilder überhaupt errichtet, die in Athen an die Taten von Menschen und nicht von Göttern erinnerten. Sie erhielten gemeinsam mit den Gefallenen der Perserkriege ein alljährliches Totenopfer.

Obwohl Herodot und Thukydides betonen, dass Harmodios und Aristogeiton Athen nicht befreit, sondern aus privaten Gründen einen der Tyrannen ermordet hatten, hat keiner der späteren attischen Redner Kritik an der Legende geübt. Vielmehr bezeichnete etwa Demosthenes die Tyrannenmörder als die größten Wohltäter Athens. Es war verboten, Sklaven mit ihren Namen zu benennen, so wie es auch untersagt war, irgendwelche spöttischen Äußerungen über Harmodios und Aristogeiton zu machen.

Aus der Tat der Tyrannenmörder wurde die Gründungslegende des athenischen Staates. Zu dieser Legendenbildung kam es, weil sich die Athener nach 510 nicht daran erinnern wollten, dass die Vertreibung der Peisistratiden weniger ihr eigenes Verdienst als das der Spartaner gewesen war. Und Sparta selbst muss durch seinen Versuch, in Athen eine Oligarchie zu installieren bzw. später Hippias zurückzuführen, zu diesem Erinnerungsverlust beigetragen haben. Zur Selbstvergewisserung gegen die Bedrohungen von außen hat man in Athen das Loblied von Harmodios und Aristogeiton, von ihrem Attentat auf den Tyrannen und ihrer angeblichen Befreiung der Stadt gesungen.

Ein Ausdruck dieser Staatslegende war auch das Standbild der Tyrannenmörder, vom dem sich nicht nur die Aristokraten, sondern auch alle übrigen Athener in ihrer Eigenschaft als Bürger angesprochen fühlen konnten. Denn dieses Standbild konnte seine Betrachter [...] je nach ihren eigenen Voraussetzungen sowohl an die aristokratische Ethik als auch an die bürgerlichen Tugenden erinnern, an die Disziplin, die sich im Kampf der Hoplitenphalanx bewähren musste, oder an die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.

Aufschlussreich ist der Aufstellungsrot der Statuen. Als Verkörperung des neuen athenischen Selbstbewusstseins standen die Statuen des Harmodios und Aristogeiton auf der Agora, auf dem Platz, der unter den Peisistratiden zum Mittelpunkt des Staates Athen geworden war. Die Agora war der Schauplatz des Attentats auf Hipparch gewesen und wurde im 5. Jahrhundert zu dem Ort, an dem die Athener zusammenkamen, um jeder neuen Tyrannis vorzubeugen. Wahrscheinlich in der unmittelbaren Nähe der Statuengruppe wurde das Scherbengericht, der Ostrakismos, durchgeführt. Wer immer von den Athenern in Verdacht geriet, eine Tyrannis errichten zu wollen, musste für zehn Jahre die Stadt verlassen, wenn 6000 oder mehr Stimmen gegen ihn zusammenkamen. Gerade für ein solches auf den Erhalt der Demokratie ausgerichtetes Verfahren konnte es kein geeigneteres »Bildprogramm« geben als die Statuen der Tyrannenmörder.

Wie bedeutsam den Athenern diese Statuengruppe war, lässt sich daran ablesen, dass in ihrem Umfeld keine anderen Statuen aufgestellt werden durften. Dieses Verbot wurde nur zweimal außer Kraft gesetzt. [...] [Beim zweiten Mal] erwiesen die Athener diese Ehre Cassius und Brutus. Auch sie sollten Statuen im Umfeld der Tyrannenmördergruppe erhalten. Nach dem Tod Cäsars versuchten die Athener, sich auf die richtige Seite zu stellen. Um Cassius und Brutus auszuzeichnen, haben sie die Heroen ihrer Geschichte ins Spiel gebracht, Harmodios und Aristogeiton, die Athen von der Tyrannis befreit haben sollten. Ein Fragment der Inschrift von der Basis der Brutbus-Statue ist 1936 gefunden worden und belegt, dass die Zeit zwischen der Ankunft des Brutus in Griechenland im August 44 v. Chr. und den Niederlagen der Cäsarmörder bei Philippi im Oktober und November 42 v. Chr. ausgereicht hat, den Beschluss auch auszuführen.

Später erst konnte man wissen, dass Cassius und Brutus mit ihrem Attentat letztlich erfolglos bleiben sollten, dass sie zwar Cäsar ermorden, aber die Monarchie in Rom nicht verhindern konnten. Bis zum Anschlag auf Cäsar waren Harmodios und Aristogeiton, wie Cicero schreibt, auch in Rom »in aller Munde«. Dann aber wurde die Tat von Cassius und Brutus zu dem Attentat der Antike, auf das man in Zukunft Bezug nahm, um das Problem von Tyrannenherrschaft und Tyrannenmord zu diskutieren. In diesem Zusammenhang wurden dann Harmodios und Aristogeiton nur noch selten erwähnt.

Dass Cassius und Brutus in der Dichtung wie in der politischen Literatur weit häufiger begegnen als Harmodios und Aristogeiton, liegt in der größeren historischen Bedeutung ihres Opfers begründet und in der Erfolglosigkeit ihrer Tat. Weil trotz ihres Attentats in Rom an die Stelle der Republik die Monarchie trat, wurden ihnen ein zwiespältiger Nachruhm zuteil. Denn sie hatten mit Cäsar den Begründer der Monarchie umgebracht, im Rückblick also eine göttergegebene oder, nachdem das Römische Kaisertum christlich geworden war, gottgegebene Herrschaft in Frage gestellt. [...]
Harmodios und Aristogeiton dagegen waren letztlich zweifach erfolgreich gewesen. Zwar hatten sie die Tyrannis in Athen nicht gestürzt. Trotzdem schrieb man ihnen diese Tat zu und machte sie zu den Gründungsheroen der attischen Demokratie. Und auch ihr eigentliches Ziel, für das sie bereit waren, ihr Leben einzusetzen, das Ziel, sich an Hipparch zu rächen, hatten sie erreicht.

(Heinrich Schlange-Schöningen: Harmodios und Aristogeiton, die Tyrannenmörder von 514 v. Chr. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. Erftstadt: Area 2003. S. 15 - 38.)


 
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