Personencharakterisierung im Gespräch
(am Beispiel des Romans "Irrungen
Wirrungen" von Theodor Fontane)
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Direkte Charakterisierung
Bei der "direkten Charakterisierung"
charakterisieren Romanfiguren andere oder sich selbst direkt durch Urteilsäußerungen.
In "Irrungen Wirrungen" werden auf diese Weise fast ausschließlich
bereits dargestellte Wesenszüge von Romanfiguren erneut beleuchtet.
Auffällige Technik bei Fontane: direkte Charakterisierung im Gespräch
von "Paaren", z. B. Pitt und Serge. Der Leser hat die Subjektivität
der Äußerungen der Romanfiguren zu beachten. Beispiele:
Käthes Oberflächlichkeit
Baron (S. 46)
Pitt und Serge (S. 52 u. 132)
Botho (S. 101 u. 162)
Bothos "Schwäche" Lene
(S. 32)
Wedell (S. 52)
Botho selbst (S. 100)
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Indirekte Charakterisierung
Bei der "indirekten Charakterisierung"
charakterisieren sich die Romanfiguren durch Gesprächsinhalte oder
die Art und Weise ihres Sprechens indirekt selbst. Der Leser muß
die Wesenszüge der jeweiligen Romanfiguren selbst erschließen.
inhaltlich
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Gespräch über Kunst, Politik
usw. als Ansichtsäußerung
z. B. Bismarck Baron
(S. 43ff.)
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Gespräch über Geschehnisse
der Erzählhandlung als Urteilsäußerungen
z. B. Bothos Heirat Serge und Pitt
(S. 131f.)
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Kontrastierung
z. B. Bothos Heirat Serge und Pitt
(S. 131f.)
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Lieblingsthemen
z. B. "Der Graf" Frau Dörr
(S. 5f. u. ö.)
formal
Anteilnahme am Gespräch
z. B. Häufigkeit Herr Dörr!
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Lieblingswendungen (können auch
leitmotivisch verwendet werden!)
z. B. "zu komisch" Käthe (S.
110f., 162, 169, 177, 178 u.ö.)
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Zitate / Sprichwörter
z. B. "Deutschland in den Sattel
heben" Baron (S. 36 im Brief)
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Satzmuster
z. B. knappe Sätze (Militär!)
Baron (S. 46)
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Wortschatz
z. B. restringierter Code (soziale
Unterschicht) Frau Dörr
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Berufssprache
z. B. Prediger Franke (S. 142ff.)
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Dialekt
z. B. wienerisch Frau Salinger (S.
168)
Literatur:
1. Mary Gilbert: Das Gespräch
in Fontanes Gesellschaftsromanen. Leipzig 1930.
2. Eberhard Lämmert: Bauformen
des Erzählens. 5. Aufl. Stuttgart 1972.
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