Fachmethoden Deutsch
 

Bauformen des Erzählens:
Aufbauprinzipien des fiktionalen Erzählens II
Darstellungsformen des Erzählens



 
 

Darstellungsformen des Erzählens

Erzählende Texte zeigen in der Regel zwei grundsätzlich verschiedene Sprechsituationen, die eines Erzählers und die der erzählten Figuren:

  • Der Erzähler vermittelt die erzählte Wirklichkeit als ganze, wozu auch die Figuren gehören (Erzählerbericht). In seiner Sprechsituation lassen sich drei Schwerpunkte unterscheiden:     a) Er informiert (erzählend, beschreibend, benennend) über Ereignisse, Figuren, Räume;         b) er berichtet, was Figuren sagen, denken, empfinden (Innensicht);                                  c) er reflektiert über sein Erzählen, d. h. er macht den Erzählvorgang zum Thema des Erzählens.
  • Die Sprechsituation der Figuren ist also von der des Erzählers abhängig. Die Figuren können sich aber auf so vielfältige Weise äußern, wie es die realen Menschen im alltäglichen Leben tun (Personenrede).


Im einzelnen werden folgende Darstellungsformen unterschieden:

Erzählerbericht

So werden alle Elemente der Erzählung bezeichnet, die nicht Äußerung einer handelnden Person, sondern Verlautbarung des Erzählers sind. Der Erzählerbericht macht das Erzählen als einen Vermittlungsakt deutlich: Ereignisse und Figuren sprechen nicht für sich selbst, sie werden erzählt. 
  • Erzählweisen, in denen zeitliche Abläufe wiedergegeben werden:                                        a) Bericht: Straffe Handlungswiedergabe                                                                          b) Szenische Darstellung: Breite Erzählweise, um Geschehen möglichst unmittelbar (evtl. zeitdeckend) wiederzugeben (enthält alle Formen von Personenrede)
  • Erzählweisen ohne Zeitbezug:                                                                                       a) Beschreibung: Der augenblickliche oder dauernde Zustand einer Sache oder Person wird aus der Zeitfolge herausgenommen;                                                                                   b) Erörterung: Der Handlungsablauf wird durch Reflexionen unterbrochen, die vom Geschehen fort auf allgemeine Fragen, Probleme und Vorstellungen hinlenken.


Personenrede 

Hierunter fallen alle direkt oder indirekt wiedergegebenen Äußerungen oder Gedanken der Handlungsfiguren. Was den Inhalt betrifft, so können sie die gleichen Gegenstände haben, die unter Erzählerbericht aufgeführt wurden.
  • Direkte Rede: Die Figuren der Handlung erhalten das Wort, ihre Äußerungen werden durch Anführungszeichen markiert und unverändert wiedergegeben. Der Er-zähler tritt hinter die Szene zurück.
  • Indirekte Rede: Die Äußerungen (oder Gedanken: „er dachte, dass“) der Figuren werden vom Erzähler referiert (Merkmale: Nebensätze mit „dass“, Konjunktiv der indirekten Rede). Möglichkeit, zwischen ausführlicher und geraffter Wiedergabe (Redebericht) zu wechseln.
  • Erlebte Rede: Sie dient der Wiedergabe von Gedanken, Fragen, Empfindungen einer Figur. Die grammatischen Merkmale bringen sie in die Nähe anderer Darstellungsformen:                         - 3. Person (wie Erzählerbericht und indirekte Rede),                                                          - Präteritum (wie Erzählerbericht),                                                                                  - Modus Indikativ (wie direkte Rede),                                                                              - Hauptsatzwortstellung (wie direkte Rede).
  • Innerer Monolog / Bewusstseinsstrom: Möglichst getreue Wiedergabe der Bewusstseins- vorgänge einer Figur, Protokoll ihrer Gedanken, Assoziationen, Erinnerungsfetzen, Wunschbilder, Träume usw., der direkten Rede nahestehend.