Arbeitstechniken
 

Informationsverarbeitung

Texte visualisieren 1:
Grundsätze


 

Mit Texten aktiv umgehen heißt, etwas mit Texten tun. Wir haben verschiedene Methoden des aktiven Umgangs vorgestellt. Sie alle beschränkten sich auf Lesen, Fragen, Herausschreiben. Die folgenden Methoden unterscheiden sich nun von den bislang vorgestellten dadurch, daß sie versuchen, Texte nicht nur mit Hilfe schriftsprachlicher Zeichen, sondern auch und vor allem mit Hilfe symbolischer und ikonischer Zeichen darzustellen. Anders ausgedrückt: 

Texte zu visualisieren heißt, die in Texten dokumentierten inhaltlichen bzw. argumentativen Strukturen nicht nur durch sprachliche, sondern auch durch nicht-sprachliche Zeichen auszudrücken.

Texte zu visualisieren bietet zwei Vorteile: 
 

  • Das Visualisieren selbst setzt eine sehr gründliche Auseinandersetzung mit dem Text voraus. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen: Lesen ist um so ergiebiger, je mehr geistige Aktivität wir in diesen Prozeß investieren.
  • Die Visualisierung ist ein Wissensspeicher, der es gestattet, zeitökonomisch zu wiederholen. Anders als bei Exzerpten, die wir - besonders wenn wir nach längerer Zeit wieder auf sie zurückgreifen - ganz lesen müssen, ermöglicht uns die Visualisierung eine sehr rasche Rekonstruktion der inhaltlichen und oft auch der logisch-argumentativen Struktur eines Textes.


Ein kurzer Exkurs zum Thema „Zeichen“ erscheint uns an dieser Stelle sinnvoll. Menschen kommunizieren mit Hilfe von Zeichen. Zeichen (bezeichnen) stehen für etwas, was sie selbst (das Bezeichnete) nicht sind, sie repräsentieren. Es gibt sprachliche und nicht-sprachliche Zeichen. Außerdem lassen sich Zeichen danach unterscheiden, in welchem Ausmaß sie dem Bezeichneten ähneln. 

Die bekanntesten sprachlichen Zeichen sind Schrift-Zeichen

Die nicht-sprachlichen Zeichen können unterschieden werden in

  • elementare Zeichen (Zeichen, die aus einfachen geometrischen Grundformen wie Linie, Kreis, Viereck usw. bestehen),
  • ikonische Zeichen (Zeichen, die in einer großen Ähnlichkeitsbeziehung zu dem zu Bezeichnenden stehen) und
  • symbolische Zeichen (das können sowohl elementare als auch ikonische Zeichen sein; ihre Bedeutung ist durch Konvention festgelegt; zum Beispiel steht das weiße „P“ auf blauem Grund für Parkplatz). Symbolische Zeichen sind Vereinbarungen zwischen denjenigen, die diese Zeichen vorrangig benutzen.
(Joachim Stary, Horst Kretschmer: Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1999. S. 120.)

 
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