Arbeitstechniken
 

Informationsverarbeitung

Texte visualisieren 2:
Netzwerk-Technik


 

Netzwerk-Technik ist eine Methode, einen Text in die Form einer schematischen Darstellung zu übertragen. Das Verfahren wurde von Autoren verschiedener Nationalitäten (USA, Niederlande, Kanada, Deutschland) in den vergangenen 20 Jahren entwickelt. [...] Die Erfinder dieser Methode nehmen an, daß die Anwendung dieser Technik helfen kann, die wesentlichen Informationen eines Textes
 

  • besser zu verstehen,
  • länger zu behalten und
  • in ihrer inneren - logisch argumentativen - Struktur aufzudecken.
Wie erstellt man ein Netzwerk?

Bei der Netzwerk-Technik geht man von der Annahme aus, daß sich Texte aus zwei Klassen von Elementen zusammensetzen, aus den Begriffen und den Relationen (zwischen den Begriffen). 

  • Begriffe geben Auskunft auf die Fragen: „Worüber sagt der Text etwas aus?“ „Welches Thema behandelt der Text?“ 
  • Relationen geben Auskunft auf die Fragen: „Was sagt der Text hierüber aus?“ „Welches sind die wesentlichen Textaussagen?“ 
Einen Text in die Form eines Netzwerkes zu übertragen heißt also, seine zentralen Begriffe und die zwischen ihnen bestehenden Relationen schematisch abzubilden.

 
Begriffe werden mit einer Umrandung gekennzeichnet. Welche Form der Umrandung man wählt, bleibt einem freigestellt. Relationen werden entweder durch unterschiedliche Pfeil- und Linien-Verbindungen oder durch eine einheitliche Verbindung mit unterschiedlicher Buchstaben-Notation dargestellt. 

Mit Hilfe unterschiedlicher Notationen oder Linienverbindungen lassen sich die verschiedenen Relationen zwischen den Begriffen abbilden.

Die untenstehende Liste wichtiger Relationen ist nicht vollständig, wird aber in der Regel genügen, um die logische Struktur eines Textes abzubilden. Dabei wird es von der Textsorte abhängen, welche Relationen zu wählen sind..


 

 
Bei der Anwendung der Netzwerk-Technik sollten Sie stets abwägen, wie detailliert Sie den Text abbilden wollen. Grundsätzlich gilt: je differenzierter das Schema, d. h. je größer die Zahl der Begriffe und Relationen, desto unübersichtlicher wird es. Am einfachsten ist die Methode anzuwenden, wenn man sich damit begnügt, nur die wesentlichen Strukturen eines Textes abzubilden. [...]

Verzichten Sie nicht auf die Darstellung der Relationen! Es ist einfach, Begriffe herauszuschreiben und sie mit Linien oder Pfeilen zu verbinden. Das kostet weniger Nachdenken, weniger Zeit. Und selbst wenn man sich in dem Augenblick, in dem man einen Text auf diese Weise visualisiert, sehr wohl über die Bedeutung dieser oder jener Linie im klaren ist, greift man nach längerer Zeit wieder auf seine Visualisierung zurück, so wird einem der Zusammenhang der Begriffe oft nicht mehr klar sein.
Alle Linien sehen gleich aus; die unterschiedlichen Bedeutungen der Relationen, die einem seinerzeit noch bewußt waren, sind nun nur noch schwer oder überhaupt nicht mehr zu erinnern. Gleiche Linien - so die Regel - bedeuten gleiche Relationen! Schauen Sie sich die beiden folgenden Abbildungen an. Würde das Pfeilsymbol nur eine Relation ausdrücken, so wäre der abgebildete Zusammenhang nicht sinnvoll (richtig) zu rekonstruieren. Dies erlaubt erst eine Darstellung, in der die unterschiedlichen Relationen ge-kennzeichnet sind.

(Joachim Stary, Horst Kretschmer: Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1999. S. 121 - 125.)
 


 
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